Haptik und Beruf

von Olaf Hartmann am Mittwoch, 12 Juli 2017. Veröffentlicht in Haptik

Die Allgegenwart unseres Tastsinns

Hände schnitzen Holzrelief auf HolzbehälterAn dieser Stelle werfen wir auch immer wieder gerne einen Blick auf feuilletonistische Ausflüge in die haptisch-multisensorischen Lebens- und Erfahrungswelten. Zum einen, weil uns gerade auch solche Texte einen Hinweis zur wachsenden Rezeptionsbreite dieser Thematik geben. Zum anderen reflektieren viele dieser Texte auch die offenbar taktgebenden Überlegungen unserer Diskurse zum Thema auf touchmore.de und multisense-institut.de.

In einem der jüngeren Beiträge hat der Wissenschaftsjournalist Joachim Retzbach den Wormser Chirurg Jochen Blum besucht und damit eine Bildungsreise zum Tastsinn angetreten. Der Arzt Jochen Blum ist nämlich Tastsinn und Handwerk auf ganz besondere Weise verbunden.

Haptik und Beruf

Zunächst absolvierte er in Italien eine Ausbildung zum Geigenbauer, bevor er sich wie geplant der Chirurgie zuwandte – “das wohl handwerklichste medizinische Fach”. Blum, inzwischen 58, baut auch heute noch in seiner Freizeit filigrane Musikinstrumente. Hauptberuflich widmet er sich Patienten, deren Berührungsempfinden gestört ist. Dies in seiner Eigenschaft als Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie am Klinikum Worms.

Ohne die Haptik und das Wissen um die Bedeutung unseres wichtigsten Sinnes läuft ist sein Beruf undenkbar.Der erfahrene Unfallchirurg weiß um die Allgegenwart unseres fraglos wichtigsten Sinnes: „Wir nutzen unseren Tastsinn ständig, aber ohne darüber nachzudenken. Egal, ob wir einen Einkaufszettel schreiben, eine Kaffeetasse zum Mund führen oder einen Reißverschluss zumachen.”

 

“Der ganze Körper ist ein Tastsinnessystem”

Der ganze Körper ist ein Tastsinnessystem”, auf diesen Nenner hat es der Leipziger Haptik-Pionier Martin Grunwald schon vor vielen Jahren gebracht und damit der Haptikforschung ein weites Betätigungsfeld geöffnet. “Nur dank des Tastsinns merken wir überhaupt, wo unser Körper endet und die Welt anfängt”: der Mensch als Homo hapticus.

Für Menschen mit einem besonders trainierten und demzufolge sensiblen Tastsinn kann das Fühlen auch die Funktion anderer Sinne übernehmen, wie etwa das verloren gegangene Sehvermögen. Auch Musikprofis profitieren von einem speziell trainierten Tastsinn. Sie benötigen neben dem Takt- auch buchstäblich Fingerspitzengefühl, ertasten bei Instrumenten wie der Geige die Töne.

Daher wackelt der Job bei Profimusikern mit Störungen ihres Berührungsempfindens. Ein wesentlicher Anstoß für den Chirurgen, Instrumentebauer und Musikliebhaber Jochen Blum, dieser Patientenklientel sein besonderes Augenmerk zu widmen: “Ohne Augen kann ich musizieren, ohne Tastsinn nicht.” Selbstverständlich gilt die überragende Bedeutung der Haptik für jeden künstlerischen und handwerklichen Beruf.

 

“Hände voller Leben”

Retzbachs Beitrag “Hände voller Leben: Der Wormser Chirurg Jochen Blum über die Wichtigkeit unseres Tastsinns” bietet einen Laien-verständlichen Streifzug durch das weite Feld unseres Tastsinns und die wichtigsten Kohärenzen.

Zu kurz kommt allerdings das Thema der Berührungsstörungen selbst. Ein hochinteressantes wie komplexes Sujet, das offenbart, wie wichtig ein uneingeschränkt funktionierender Tastsinn für die Ausübung eines Berufes ist. Einen ersten Überblick zu Gefühlsstörungen oder Empfindungsstörungen, wie Berührungsstörungen im Regelfall bezeichnet werden, findet sich hier.

Für einen Einstieg in die Thematik unseres Tastsinns ist der Beitrag von Joachim Retzbach aber durchaus gegeignet, zumal auch einige Marketing-relevante Aspekte aufgezeigt werden. Wer mehr wissen möchte, wer in die Tiefe dringen und beispielsweise den Haptik-Effekt für die eigenen Aufgabenstellungen nutzen will, ist bei Touchmore kompetent aufgehoben.

 

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Über den Autor

Olaf Hartmann

Olaf Hartmann

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Touchmore, Mitbegründer des Multisense Instituts und Autor von "Touch!", der ersten Beschreibung des Haptik-Effektes im multisensorischen Marketing.

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